Christine Cazon: Ein Jahr auf Zeit – und plötzlich ein neues Leben „Manchmal reicht schon der Mut, etwas ganz Neues zu wagen.“ So empfing ich Christiane Dreher – vielen Lesenden als Christine Cazon bekannt – zu unserem Gespräch über Frankreich, Neubeginn und das Suchen (und Finden) eines Ortes, den man Heimat nennen kann. Christiane Dreher ließ nach einer großen Enttäuschung Köln und das geregelte Verlagsleben hinter sich und zog auf einen Bio-Bauernhof in die Seealpen, irgendwo im Hinterland von Nizza. Was als Auszeit gedacht war, wurde der Auftakt zu einem völlig anderen Leben an der Côte d’Azur. Heute schreibt sie als Bestsellerautorin frankophile Kriminalromane und lebt in Cannes. Wie sie den Spagat zwischen Bergdorf und Côte, zwischen Tradition und Glanz meistert, davon erzählt diese Folge – und dieser Artikel. Christiane Dreher und ihre Verbindung zur Côte d’Azur und den Seealpen Wer unserem Gespräch lauscht, begegnet einer Frau mit zwei Heimaten: Christiane Dreher, geboren in Deutschland, seit zwanzig Jahren Südfranzösin. Ihr erster Schritt in die neue Welt war geprägt von Unsicherheit – Schulfranzösisch, das in der Hitze eines chaotischen Mittagessens auf dem Hof kaum helfen wollte. „Ich war wahnsinnig stumm am Anfang, habe wenig verstanden und konnte mich kaum ausdrücken“, erinnert sich Dreher. Doch sie blieb. Und blieb länger. Erst führte das Leben sie an einen abgelegenen Hof, dann ins Herz eines Bergdorfs, später nach Cannes – der Stadt zwischen Filmfest und Meer, zwischen Glitzerwelt und Alltagsfrankreich. Wie die Côte d’Azur zur Bühne für Geschichten wurde Ihre Geschichten um Kommissar Léon Duval spielen nicht im touristischen Schimmer, sondern zeigen das „ganz alltägliche Frankreich“. Das Bedürfnis, genau hinzuschauen, ist Dreher/Cazons Markenzeichen. „Ich wollte nicht einfach eine hübsche Kulisse zeichnen. Ich wollte wissen und weitergeben – wie lebt man wirklich hier?“ Vieles recherchiert sie selbst vor Ort: Sie besucht Restaurants, spaziert mit
Christine Cazon: Ein Jahr auf Zeit – und plötzlich ein neues Leben „Manchmal reicht schon der Mut, etwas ganz Neues