Christine Cazon/Christiane Dreher im Podcast: Zwischen Bergidylle und Côte d’Azur
Christine Cazon im Podcast

Christine Cazon: Ein Jahr auf Zeit – und plötzlich ein neues Leben

Christine Cazon im Podcast: Hafenblick auf Cannes
Hafen von Cannes mit Blick auf Le Suquet – passend zur Podcastfolge mit Christine Cazon©Hervé Fabre

„Manchmal reicht schon der Mut, etwas ganz Neues zu wagen.“ So empfing ich Christiane Dreher – vielen Lesenden als Christine Cazon bekannt – zu unserem Gespräch über Frankreich, Neubeginn und das Suchen (und Finden) eines Ortes, den man Heimat nennen kann. Christiane Dreher ließ nach einer großen Enttäuschung Köln und das geregelte Verlagsleben hinter sich und zog auf einen Bio-Bauernhof in die Seealpen, irgendwo im Hinterland von Nizza. Was als Auszeit gedacht war, wurde der Auftakt zu einem völlig anderen Leben an der Côte d’Azur. Heute schreibt sie als Bestsellerautorin frankophile Kriminalromane und lebt in Cannes. Wie sie den Spagat zwischen Bergdorf und Côte, zwischen Tradition und Glanz meistert, davon erzählt diese Folge – und dieser Artikel.

Christiane Dreher und ihre Verbindung zur Côte d’Azur und den Seealpen

Christine Cazon Podcast – Hinterland in Frankreich
Hinterland-Stimmung – Kontrast zur Küste in der Welt von Christine Cazon©shutterstock

 

Wer unserem Gespräch lauscht, begegnet einer Frau mit zwei Heimaten: Christiane Dreher, geboren in Deutschland, seit zwanzig Jahren Südfranzösin. Ihr erster Schritt in die neue Welt war geprägt von Unsicherheit – Schulfranzösisch, das in der Hitze eines chaotischen Mittagessens auf dem Hof kaum helfen wollte. „Ich war wahnsinnig stumm am Anfang, habe wenig verstanden und konnte mich kaum ausdrücken“, erinnert sich Dreher. Doch sie blieb. Und blieb länger. Erst führte das Leben sie an einen abgelegenen Hof, dann ins Herz eines Bergdorfs, später nach Cannes – der Stadt zwischen Filmfest und Meer, zwischen Glitzerwelt und Alltagsfrankreich.

Wie die Côte d’Azur zur Bühne für Geschichten wurde

Christine Cazon Podcast – Genuss an der Côte d’Azur
Genussmomente an der Côte d’Azur – passend zur Welt von Christine Cazon©Palais_de_festival_cannes_photos

Ihre Geschichten um Kommissar Léon Duval spielen nicht im touristischen Schimmer, sondern zeigen das „ganz alltägliche Frankreich“. Das Bedürfnis, genau hinzuschauen, ist Dreher/Cazons Markenzeichen. „Ich wollte nicht einfach eine hübsche Kulisse zeichnen. Ich wollte wissen und weitergeben – wie lebt man wirklich hier?“ Vieles recherchiert sie selbst vor Ort: Sie besucht Restaurants, spaziert mit wachen Augen durch Cannes und das Hinterland, spricht mit Bewohner:innen, nimmt Atmosphäre und Details auf. Ihre Romane vermitteln damit nicht nur Spannung, sondern ein echtes Gefühl für das Eigenleben südfranzösischer Städte – auch abseits der typischen Pfade. Dass ein Restaurantbesitzer in Cannes dank einer ihrer Beschreibungen erkannt wurde, freut sie sichtbar.

Orte, Märkte und Rituale an der Côte d’Azur

Christine Cazon – Cannes Strandkulisse
Strand in Cannes – Côte d’Azur Atmosphäre©Herve_Fabre

Die Welt, in der Christiane Dreher heimisch wurde, beginnt in winzigen Weilern mit kaum dreißig Bewohner:innen. In den Dörfern läuft das Leben im Kreis der Einheimischen ab – eng, manchmal kontrollierend, aber immer auch freundlich und solidarisch. „Frankreich ist sehr sozial. Alle kennen alle, und dieses Zusammensein ist viel präsenter als in Deutschland.“ Selbst beim Buchlesen im Freien bleibt man selten lang allein, stets gesellt sich jemand zum Gespräch. Als sie mit ihrem damaligen Partner eine Auberge betrieb – ein winziges Gasthaus mit zwei Gästezimmern –, begegnete sie dem französischen Dorfleben noch unmittelbarer: zwischen Einheimischen und Wandergästen.
Nach dem Umzug ans Meer wandelte sich das Ritual: Morgens zuerst ans Meer, das tiefe Blau genießen, die milden Temperaturen auch im Winter wahrnehmen, sich immer wieder auf das Leben an der Côte und die vielen Facetten von Cannes einlassen.

Kulinarik, Märkte und das französische Lebensgefühl

Christine Cazon – Kulinarik der Côte d’Azur
Kulinarik an der Côte d’Azur – Begleiter zur Podcastfolge mit Christine Cazon©tourexquisit

Das Alltagsleben, so beschreibt Dreher, dreht sich oft um Essen und Geselligkeit. Familienfeste mit zehn oder auch mal zwölf Personen sind keine Seltenheit. Sie selbst übernimmt beim Kochen gerne die Zügel, wobei ihr Mann für die passenden Weine sorgt. Für besondere Zutaten besucht sie gerne die Märkte, sucht einen Metzger auch schon mal im Nachbarort auf und merkt heute bei jedem Einkauf, wie differenziert ihre Ansprüche geworden sind: „Für einen besonderen Kuchen braucht man besondere Äpfel, das wusste ich früher nicht.“ Der Aufwand für ein gelungenes Essen kann schon einmal den ganzen Tag beanspruchen, das Ergebnis ist aber stets eine kräftige Verbeugung vor der französischen Kultur: Genuss, Sorgfalt, Qualität.

Arbeiten und Leben zwischen Cannes und dem Bergdorf

Christine Cazon im Podcast: Bergdorf im Hinterland
Ein Bergdorf im Hinterland – Kontrast zur Küste in der Podcastfolge mit Christine Cazon©shutterstock

Die Tage sind voller Kontraste: Im kleinen Kreislauf der Bergdörfer bestimmen Natur, Tiere und Wetter den Rhythmus, die Lebensweise ist langsam und erdend. „Man arbeitet, isst lange Mittag, macht ein Schläfchen, redet viel – alles hat seine Zeit.“ Diese Gewohnheiten verlangsamten sie, machten aus einer Kölner Verlagslektorin eine Genießerin des Moments. In Cannes hingegen galt es, sich wieder an die „Glitzerwelt“ zu gewöhnen. Dort zählt Mode, Auftreten, das richtige Handtäschchen – anders als in den Bergen, wo wichtiger ist, was man ist, nicht was man trägt.
Die Arbeit am Schreibtisch bleibt dennoch herausfordernd, gerade wenn Geselligkeit und das ungeplante, lebendige Frankreich mit deutschen Abgabeterminen kollidieren: „Die Familie sagt dann, das kann warten, setz dich lieber zu uns.“ Heute lebt Dreher abwechselnd in Cannes und im Bergdorf – dort engagiert sie sich sogar wieder beim Weihnachtsmarkt, ist mit den Menschen des Ortes tief verbunden und pendelt zwischen beiden Welten.

Was ich aus dem Gespräch mitnehme – und wie Tour Exquisit Frankreich denkt

Was mir aus diesem Gespräch besonders im Gedächtnis bleibt, ist die Offenheit für Neubeginn – nicht als Flucht, sondern als Einladung zum Eintauchen in eine fremde, dann vertraute Welt. Dreher zeigt, dass Frankreich mehr ist als Postkartenidylle: Es lebt von Menschen, von Nähe, von Ritualen und von der Freiheit, den Alltag gelassen zu nehmen. Genau diese Haltung inspiriert mich – und prägt auch die Art, wie wir bei Tour Exquisit Reisen gestalten. Unsere Reisen an die Côte d’Azur und in die Provence sind Einladungen authentisch einzutauchen, eigene Rhythmen und Lieblingsorte zu entdecken – ohne den Druck, alles planen zu müssen.
Wenn Sie Lust bekommen haben, selbst das andere Leben an der Côte d’Azur zu suchen, vielleicht zwischen Marktbesuchen, kleinen Restaurants und dem Meeresrauschen zu pendeln, dann begleiten wir Sie gern dabei.

Weiterführende Links

Hören Sie gerne in die ganze Podcastfolge hinein – und wenn Sie den Süden Frankreichs selbst entdecken möchten, freuen wir uns, Sie auf einer Reise zu begleiten. Oder abonnieren Sie unseren Newsletter für weitere Einblicke, Geschichten und Genuss aus Frankreich.
À bientôt,
Ihre Antje Seele

About Author

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Antje Seele
Antje Seele, die Gründerin von Tour Exquisit, ist nicht nur eine leidenschaftliche Reisende, sondern auch eine Visionärin, wenn es um nachhaltigen Tourismus geht. Ihre tiefe Verbundenheit zu Kultur und Natur spiegelt sich in jeder Reise wider, die Tour Exquisit anbietet. Als Vorstandsmitglied des Forum anders reisen setzt sie sich aktiv für umweltbewusste und sozialverträgliche Reiseformen ein, die sowohl den Reisenden als auch den bereisten Regionen langfristig zugutekommen. Ihre persönliche Reisephilosophie basiert auf Authentizität und Respekt, was sich in der sorgfältigen Auswahl der Unterkünfte und Routen widerspiegelt – stets mit einem feinen Gespür für das Besondere und das Regionale.